Schaffner behauptet sich im schwierigen Geschäftsjahr 2019/20

Medieninformation

Schaffner behauptet sich im schwierigen Geschäftsjahr 2019/20

Die Schaffner Gruppe blickt auf ein aussergewöhnliches Geschäftsjahr zurück. Die Covid-19-Pandemie brachte schwere Belastungen für die Weltwirtschaft und auch für das Geschäft der Schaffner Gruppe. Dank umgehend eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen hat sich Schaffner aber gut behauptet und die Ertragslage in der zweiten Hälfte der Berichtsperiode substanziell verbessert. Gemessen am herausfordernden Umfeld erzielte die Gruppe mit einem Nettoumsatz von CHF 171,7 Mio. und einem EBIT von CHF 4,7 Mio. ein ansprechendes Jahresergebnis. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 12. Januar 2021 die Ausschüttung von CHF 2.00 je Aktie vor, entsprechend 47 % des Unternehmensergebnisses.

Luterbach, 8. Dezember 2020 – Schaffner war bereits im ersten Quartal mit einer nachlassenden Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten konfrontiert. Betroffen waren insbesondere der Industrie-sektor und die Automobilindustrie, schwergewichtig in Asien und in Europa. Die sich zu Beginn des zweiten Quartals abzeichnende Erholung wurde durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie gestoppt. Während das dritte Quartal im Zeichen der Konsolidierung auf niedrigem Niveau stand, zog im vierten Quartal die Nachfrage in den meisten Absatzmärkten wieder an. Insbesondere die Automobilindustrie verzeichnete wieder eine erfreuliche Dynamik.

Schaffner hat frühzeitig im ersten Quartal Kostensenkungsmassnahmen eingeleitet und diese im Zuge der Covid-Situation nochmals verstärkt. Über Kurzarbeit, Einstellungsstopps, Frühpensionierungen, den Abbau von Überstunden sowie von temporär Angestellten wurden die Ressourcen in den Werken und anderen Standorten gesteuert. Personelle Abgänge wurden nicht ersetzt. Der Bereich Power Quality der EMC Division wurde unter dem Aspekt der Profitabilitätsverbesserung grundlegend überprüft. Seit Mitte 2020 fokussiert sich diese Produktgruppe auf strategische Schlüsselkunden.

Auch während den herausforderndsten Phasen des Berichtsjahrs konnte die Schaffner Gruppe ihre Lieferbereitschaft unter Berücksichtigung strikter Sicherheitsmassnahmen für die Mitarbeitenden jederzeit aufrechterhalten. Ebenso konsequent wurde die Investitionstätigkeit weitergeführt – allerdings mit Fokus auf strategisch wichtige Bereiche wie Entwicklungsprojekte mit Automobilherstellern für Elektromobilität, während weniger bedeutende Investitionen schon ab dem ersten Quartal zurückgefahren wurden. Relativ zum Nettoumsatz lagen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen über dem Vorjahreswert. Das unterstreicht, dass die Schaffner Gruppe gewillt ist, ihre Stellung in bestehenden Kernmärkten auszubauen und strategiekonform Chancen zu ergreifen, die sich in angrenzenden Marktsegmenten oder durch neue technologische Entwicklungen bieten.

Erholung im zweiten Halbjahr

Die Schaffner Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2019/20 einen Nettoumsatz von CHF 171,7 Mio. aus. Das ist 13,0 % weniger als im Vorjahr. Zusätzlich zum anspruchsvollen Marktumfeld hat sich auch die Wechselkursentwicklung ungünstig ausgewirkt. So fiel der Rückgang in Lokalwährungen mit 9,1 % deutlich geringer aus. Der Auftragseingang belief sich im Berichtsjahr auf CHF 167,0 Mio., was einem Rückgang um 16,8 % und einem Book-to-Bill-Verhältnis von 0,97 entspricht.

Mit einem EBIT von CHF 4,7 Mio., nach CHF 9,8 Mio. im Vorjahr, erreichte die Schaffner Gruppe unter den gegebenen Umständen ein ansprechendes Ergebnis. Die frühzeitig eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen brachten im zweiten Halbjahr eine substanzielle Verbesserung der Ertragslage. Die EBIT-Marge für das Berichtsjahr beträgt 2,7 %. Das Unternehmensergebnis betrug CHF 2,7 Mio., gegenüber CHF 7,2 Mio. im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie (EPS) erreichte CHF 4.28.

Der Free Cashflow war mit CHF -0,4 Mio. leicht negativ, was nicht zuletzt den umfangreichen Investitionen zuzuschreiben ist. Die Schaffner Gruppe ist nach wie vor sehr solide finanziert. Das Eigenkapital von CHF 57,0 Mio. entspricht einer soliden Eigenkapitalquote von 44,5 %. Die Liquidität war trotz anspruchsvollem wirtschaftlichem Umfeld jederzeit sichergestellt.

EMC Division

Die EMC Division war zu Beginn des Geschäftsjahrs 2019/20 mit einer schwächeren Dynamik im Industriesektor und einem Lagerabbau bei den Distributionspartnern konfrontiert. Die Erholung der Nachfrage zu Beginn des zweiten Quartals wurde vom Ausbruch der Covid-19-Pandemie gestoppt. Eine Ausnahme bildete der steigende Bedarf nach EMV-Filtern im Medizinbereich, insbesondere für Beatmungsgeräte. Einzelne Kunden haben wegen der Befürchtung möglicher Unterbrüche in der Supply Chain sogar mehr als üblich bestellt. Die EMC Division war in dieser Phase jederzeit lieferbereit. Ab dem dritten Quartal haben sich diese Sondereinflüsse wieder normalisiert, so dass das zweite Halbjahr besser ausfiel.

Insgesamt weist die EMC Division einen um 11,2 % tieferen Nettoumsatz von CHF 94,9 Mio. aus. In Lokalwährung betrug der Rückgang 7.1%. Der Segment-EBIT beträgt CHF 9.6 Mio., was einer EBIT-Marge von 10.1 % entspricht. Einschliesslich der einmaligen Sonderkosten für die Restrukturierung des Bereichs Power Quality konnte die EMC Division trotz tieferem Umsatz ihre EBIT-Marge im zweistelligen Bereich halten. 

Automotive Division

Die Absatzmärkte der Automotive Division waren im Geschäftsjahr enormen Schwankungen ausgesetzt: Hatte sich die Krise in der globalen Automobilindustrie schon im ersten Quartal verschärft, so kam die Nachfrage nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie im zweiten und dritten Quartal beinahe zum Erliegen. Weltweit waren Verkaufsstellen für Neufahrzeuge geschlossen, die Supply Chains unterbrochen und Hersteller mussten ihre Fertigungslinien stoppen. Bei einzelnen Modellreihen wurde die Produktion vorzeitig eingestellt. Das vierte Quartal stand im Zeichen einer starken Erholung, vor allem im Bereich Elektromobilität. Aus diesen gegenläufigen Entwicklungen resultierte für das Geschäftsjahr 2019/20 ein Nettoumsatz von CHF 32,8 Mio., 14,8 % weniger als im Vorjahr. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten betrug der Rückgang 11,4%. Der Segment-EBIT war wegen des tiefen Volumens sowie grosser Aufwendungen für die Gewinnung und Umsetzung neuer Projekte mit CHF -2.9 Mio. negativ.

Gute Fortschritte erzielte die Automotive Division bei der Umsetzung ihrer Strategie, mit EMV-Filterlösungen für Elektro-Mobilität ein zweites Standbein neben dem erfolgreichen Geschäft mit Antennen für schlüssellose Authentifizierungssysteme aufzubauen. Schaffner ist an mehreren Entwicklungsprojekten für E-Mobilitäts-Plattformen beteiligt. Der Anteil von EMV-Lösungen für Elektromobile am Segmentumsatz konnte auf über 25% markant ausgebaut werden. Die Automotive Division gewann im Berichtszeitraum ein Auftragsvolumen von mehr als CHF 80 Mio. über mehrjährige Laufzeit, was einem Vielfachen des jährlichen Umsatzes entspricht. 

Power Magnetics Division

Der Geschäftsgang der Power Magnetics Division war im Jahr 2019/20 von zahlreichen Verschiebungen bei Bahnprojekten in China und in Europa geprägt. In den USA konnte die Division erfreulicherweise den ersten grösseren Auftrag aus dem Bahnsektor gewinnen. Das Projekt, ein Nahverkehrszug an der Ostküste, läuft über die nächsten drei Jahre und trug bereits zum Umsatz im Berichtsjahr bei.

Trotz einer guten Projektpipeline herrschte auch in den anderen Absatzmärkten der Power Magnetics Division Zurückhaltung bei Investitionen und Bestellungen verzögerten sich. Zusammen mit der Fokussierung auf Projekte mit guten Margen führte dies zu einem substanziellen Umsatzrückgang um 15,2 % auf CHF 44,0 Mio. In Lokalwährung lag die Abnahme bei 11.3%. Dennoch hat die Division in der Berichtsperiode gut gearbeitet: Dank umfassender Kostenmassnahmen gelang nach dem Verlust im Vorjahr der Sprung zurück in die Gewinnzone mit einem Segment-EBIT von CHF 2,0 Mio.

Anträge an die Generalversammlung

Für das Geschäftsjahr 2019/20 beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 12. Januar 2021 die Ausschüttung von CHF 2.00 je Aktie, entsprechend 47 % des Unternehmens-ergebnisses. Die geplante Ausschüttung setzt sich zusammen aus einer ordentlichen Dividende aus dem Bilanzgewinn von CHF 1.00 je Aktie sowie einer verrechnungssteuerfreien Ausschüttung aus den Kapitaleinlagereserven in Höhe von CHF 1.00 je Aktie.

Neu schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung Andrea Tranel zur Wahl in das Gremium vor. Sie ersetzt Georg Wechsler, der sich nach neun Jahren im Verwaltungsrat entschieden hat, sich nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stellen. Andrea Tranel ist eine ausgewiesene Finanzexpertin mit relevanter Branchenerfahrung. Sie ist seit 2017 CFO des Energieversorgers AEW Energie AG. Davor war sie als Leiterin Corporate Controlling und stellvertretende CFO der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und als CFO von Schneider Electric Schweiz tätig. Andrea Tranel besitzt einen Abschluss als Diplom-Ökonomin der Universität Hohenheim (Stuttgart). Die weiteren Verwaltungsräte werden zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Ausblick

Schaffner konnte in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres an den stabilisierten Geschäftsverlauf gegen Ende der Berichtsperiode 2019/20 anknüpfen. Während von der Elektromobilität weiterhin positive Impulse ausgingen, zogen auch die Auftragseingänge von Industriekunden an. Noch zurückhaltend blieb die Investitionsbereitschaft bei Grossprojekten im Bahn- und Energiesektor. Ein Fragezeichen stellt die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie dar und deren Auswirkungen auf die Zielmärkte der Schaffner Gruppe.

Dank der umgesetzten Massnahmen und der angepassten Struktur ist Schaffner mit tieferen Overhead-Kosten ins neue Geschäftsjahr gestartet, was sich positiv auf die Profitabilität auswirken wird. Grosses Augenmerk legt das Unternehmen weiterhin auf die operative Flexibilität, um auf sich verändernde Marktgegebenheiten möglichst agil reagieren zu können.

Vor diesem Hintergrund wird Schaffner den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020/21 anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen konkretisieren. Mittelfristig strebt Schaffner unverändert ein organisches Wachstum von rund 5 % pro Jahr und eine EBIT-Marge im Zielband zwischen 8 und 10 % an.

Strategische Überprüfung der Power Magnetics Division

Nach dem erfolgreichen Turnaround der Power Magnetics Division hat der Verwaltungsrat entschieden, diese Tätigkeit einer strategischen Überprüfung zu unterziehen. In einem ergebnisoffenen Prozess wird während des laufenden Geschäftsjahrs neben der operativen Weiterentwicklung der Power Magnetics Division auch eine mögliche Devestition geprüft.

Kennzahlen der Schaffner Gruppe

Gruppe in CHF Mio.

2019/20

2018/19

Veränderung

Auftragseingang

167,0

200,7

-16,8%

Nettoumsatz

171,7

197,4

-13,0%

Operatives Ergebnis EBIT

4,7

9,8

-52,0%

in % des Nettoumsatzes

2.7%

5.0%

Unternehmensergebnis

2,7

7,2

-62,5%

in % des Nettoumsatzes

1.6%

3.6%

Free Cashflow

-0,4

6,3

Bilanzsumme

128,1

141,9

-9,7%

Anlagevermögen

43,4

45,0

-3,6%

Umlaufvermögen

84,7

96,9

-12,6%

Fremdkapital

71,2

78,7

-9,5%

Eigenkapital

57,0

63,2

-9,8%

Eigenkapitalquote in %

44.5%

44.5%

Personalbestand (Anzahl Angestellte)

2‘180

2‘422

-242

Segmente in CHF Mio.

EMC Division

Auftragseingang

95,4

104,3

-8,6%

Segmentumsatz

94,9

107,0

-11,2%

Segment-EBIT

9,6

15,2

-36.8%

in % des Segmentumsatzes

10.1%

14.2%

Automotive Division

Auftragseingang

31,5

39,4

-20.0%

Segmentumsatz

32,8

38,5

-14.8%

Segment-EBIT

-2,9

2,6

in % des Segmentumsatzes

-8.7%

6.6%

Power Magnetics Division

Auftragseingang

40,1

56,9

-29,5%

Segmentumsatz

44,0

52,0

-15,2%

Segment-EBIT

2,0

-3,3

in % des Segmentumsatzes

4.5%

-6.4%

Aktienkennzahlen

30.9.2020

30.9.2019

Dividendenberechtigte Aktien

633‘828

634'231

0

Unternehmensergebnis pro Aktie in CHF

4.28

11.36

-7.08

Eigenkapital pro Aktie in CHF

89.55

99.42

-9.87

Kapitalrückzahlung je Aktie in CHF

1.001

2.50

Dividende pro Aktie in CHF

1.001

2.50

Ausschüttung pro Aktie Total

2.001

5.00

1 Gemäss Antrag des Verwaltungsrats an die Generalversammlung vom 12.1.2021

Geschäftsbericht

Den Geschäftsbericht 2019/20 der Schaffner Holding AG können Sie über diesen Link aufrufen und herunterladen.

Präsentation

Die Präsentation zum Jahresergebnis 2019/20 können Sie über diesen Link aufrufen und herunterladen.

Analysten- und Medien-Konferenz

Heute um 10:00 Uhr führt die Schaffner Holding AG eine Telefonkonferenz und einen Live Audio Webcast für Medien und Analysten durch.

Telefonkonferenz

Für die Teilnahme an der Telefonkonferenz registrieren Sie sich bitte hierSie erhalten dann umgehend eine E-Mail mit der Einwahlnummer. Bitte wählen Sie sich 5 bis 10 Minuten vor Konferenzbeginn ein.

Als Teilnehmer der Telefonkonferenz können Sie die Präsentation hier verfolgen.

Audio Webcast

Die Präsentation wird als Live Audio Webcast übertragen. Fragen können via Chat-Funktion gestellt werden. Eine Aufzeichnung steht anschliessend unter dem gleichen Link zur Verfügung.

Kontakt

Schaffner Holding AG, Investor Relations und Medienstelle: c/o Dynamics Group, Zürich

Thomas Balmer, +41 79 703 87 28 / Edwin van der Geest, +41 79 330 55 22

investor-relations@schaffner.com

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Publikation Halbjahresergebnis 2020/21

Publikation des Jahresberichts 2020/21

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